Hallo Michael,
dass Schuco doch so viel Kleber nimmt, erstaunt mich etwas, üblicherweise werden bei diesen China-Metallmodellen die Sachen mehr verschweißt. Bei den Inneneinrichtungen habe ich gern mal Kleber erlebt, zusätzlich zum Verschweißen. Aber es kommt immer mal vor, dass mit Kleber nachgeholfen wird, wenn das Verschweißen nicht so geklappt hat wie erwünscht. Na ja, oder bei Schuco geht man mittlerweile "auf Nummer sicher", die Chinesen haben sowieso einfach zu viel Sekundenkleber, der scheinbar unbedingt weg muss, habe ich die Vermutung...
Bei Pkws sind grundsätzlich die Bodenplatte mit der Metallkarosserie vernietet, tatsächlich kenne ich aber auch hier die Variante "plus Sekundenkleber". Die Nieten bohren die meisten Leute auf, ich bevorzuge Kugelfräser (gerne auch Diamant). Um die zusätzlich verklebte Bodenplatte von der Karosserie zu zrennen, braucht es eine scharfe, dünne und trotzdem stabile Klinge; wenn das Modell später lackiert werden soll, braucht man hier nicht so zimperlich zu sein, der Sekundenkleber nimmt Farbe von der Karosserie mit, deshalb löst sich das dann doch (auf dem verwendeten Kunststoff hält Sekundenkleber auch nur bedingt gut, wenn er nicht zu reichlich aufgetragen wurde). Bei angesetzten Teilen, die hinter Stecklöchern verschweißt sind, kann man diese verschmolzelen Plastikreste mit einem Messer abschneiden, oft ist das auf der Karosserie Innenseite allerdings mehr ein Abhebeln, das geht tatsächlich schon mal recht rustikal zu, hier also keine teuren, neuen Klingen benutzen, dafür aber eine Schutzbrille. Welche (Skalpell-) Klingenform sich am besten eignet, entscheidet sich von Fall zu Fall. Tatsächlich kenne ich aber auch hier den Fall, dass Teile mit Kleber fixiert und dann verschweißt wurden (die arme Person, die das machen musste, das kann beim Verschweißen echt ätzende Dämpfe geben, wenn die ins Auge kommen... - Halleluja...). Hier braucht es echt Kraft, um diese "Schweißnieten" weg zu bekommen. Der Einsatz eines motorosierten Fräsers ist hier absolut erlaubt, na ja, eigentlich auch schon bei ohne Kleber.

Rein verschweißte Teile lassen sich mit zarter Gewalt aus den Stecklöchern herausdrücken oder ziehen. Bei geklebten Teilen bleibt nur, von hinten das Steckloch auszubohren, sofern man dran kommt. Braucht eine Lackierung nicht erhalten zu bleiben, kann man reinen Verklebungen auch gut mit Aceton zu Leibe rücken, das löst den Sekundenkleber auf, bis auf Glasteile sollte der Kunststoff selber eigentlich keinen Schaden nehmen. Aber gut möglich, dass Schuco je nach Modell auch andere Kunststoffe verwendet, die von Aceton angelöst werden, das muss man jeweils austesten.
Ich muss zu meiner Schande allerdings gestehen, dass meine zerlegten Modelle nur wenige Anbauteile außen hatten: Zwei Scheinwerfergläser, im letzten Fall einen Heckspoiler, und gut war's. Aber ja, etwas Geduld und Geschick braucht es schon, sonst geht z.B. mal ein Scheinwerferglas verlustig (wie bei mir)...
Vielleicht hilft das ein wenig, sollte nochmals ein Schuco Auto ran müssen (oder Welly, Cararama, Vollmer, Model Power, ...).
